Vastu Vasati
Agentur für Wohnlichkeit und Raumqualität

 

Eine Analyse der Elbphilharmonie und des Berliner Flughafens

von Elisabeth-Hastrup-Kiil

 

Die Natur des Südwestens

Das feinenergetische Rückgrat eines Raumes, Gebäudes oder Grundstücks ist identisch mit der Südwest-Nord-ost-Achse. Die Basis befindet sich in der südwestlichen Ecke, das Kopfende im Nordosten. Der Zustand dieser Achse ist genauso wichtig für eine gute Raumenergie wie der Zustand der Wirbelsäule in Menschen und Tieren für ihre Gesundheit und Mobilität.

An der Südwest-Nordost-Achse entlang fließt die Energie von Nordosten Richtung Südwesten. Der organische Jiva-Fluss aus dem Norden und der kosmische Prana-Fluss aus dem Osten vereinen sich mit einem starken Potential im Nordosten und einem schwachen Potential im Südwesten.

Ein starkes Potential entfaltet sich im offenen Raum, deswegen hält man im Vastu den nordöstlichen Bereich leicht, offen und tief. Ein schwaches Potential dagegen braucht Festigkeit, Halt und Struktur, um positiv wirken zu können. Deshalb gestaltet man im Vastu den Südwesten immer schwer, eng und hoch. Optimal bildet die südwestliche Ecke eines Gebäude oder eines Grundstücks dazu einen rechten Winkel.

Werden diese Bau- und Gestaltungsprinzipien eingehalten, entsteht in dem gegebenen Raum ein sehr gutes energetisches Klima. Für die Bewohner oder die darin Arbeitenden bedeutet es, dass ihre Vorhaben gelingen werden und ihre Körper dabei gesund bleiben. Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Aber einer sehr unvorteilhaft gestalteten Südwest-Nordost-Achse ist nicht leicht entgegenzuwirken.

 

 

Der versäumte Südwesten - die Elbphilharmonie

Dieser Bau ist aus Vastu-Sicht ein interessantes Projekt. Für das neue Wahrzeichen Hamburgs wurde ein dreieckiges Grundstück gewählt.

 

Laut Vastu entfaltet sich die Wirkung von Jiva und Prana aber optimal in einer rechteckigen Form, am besten quadratisch oder mit Breite und Länge in bestimmten Verhältnissen bis maximal 1:1,5. Bei einer Vastu-Analyse wird die tatsächliche Form mit der optimalen rechteckigen Form verglichen. Was über die rechteckige Form hinausragt, wird „Erweiterung“ und was in der rechteckigen Form fehlt, wird „Fehlbereich“ genannt. Bei dreieckigen Formen ist eine Art von Instabilität zu erwarten.

Schwerwiegend ist dieser Effekt, wenn sich der Fehlbereich im Südwesten befindet. Die feinenergetische Struktur eines Gebäudes auf einem solchen Grundstück wird sozusagen im Nichts befestigt sein. Dieser Defekt wird besonders auf den Bauherrn einen Einfluss haben, weil dieser in enger Verbindung mit der Himmelsrichtung Südwesten steht.

Bei einem schwachen Südwesten muss mit Widerständen und einem gewissen Chaos, mit starken Verzögerungen und Steigerungen der Kosten gerechnet werden, nicht nur in der Bauphase sondern auch nach der Inbetriebnahme. Diese negativen Einflüsse werden im Fall der Elbphilharmonie, wie wir später zeigen werden, durch weitere Fehlbereiche im Süden und Westen verstärkt.

Aber die Elbphilharmonie besitzt auch positive Baumerkmale: Die West-Ost-Achse ist in Ordnung, die Dachkonstruktion ist am höchsten im Westen, der Haupteingang befindet sich im Osten, wie auch der offene Platz vor dem Eingang. Das Gebäude wird bestimmt bekannt werden und bekannt bleiben, es wird Hamburg ein internationales Gesicht verleihen und viele Besucher anlocken. Der große Konzertsaal ist wie nach Vastu-Prinzipien konzipiert: Ein großer offener Raum beherrscht den zentralen Teil des Gebäudes. Bei Aufführungen in diesem Raum darf das Publikum auf jeden Fall viele mitreißende und belebende Momente erwarten.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

Die Bedeutung von Wasser

Wasser verstärkt das jeweils gegebene Potential: Im Norden, Osten und vor allem im Nordosten ist die Anwesenheit von Wasser erwünscht. Im Westen (jedoch nur bedingt) und Süden und vor allem im Südwesten wirkt Wasser abschwächend, ganz besonders Wasser, das in die Tiefe geht.

Die Elbphilharmonie befindet sich am nördlichen Ufer der Elbe. Richtung Süden, Südwesten und Westen grenzt das Gebäude mit seinem Grundstück direkt ans Wasser.  Im Norden bis in den Nordosten befindet sich der Sandtorhafen. Hier wirkt sich das Wasser positiv auf die Gesundheit und die Einnahmen des Philharmonieprojekts aus. Die größeren Wassermengen  im Süden, Südwesten und Westen aber verstärken die negativen Aspekte dieser Fehlbereiche.

Man kann das nach Vastu so interpretieren, dass die Philharmonie trotz Ruhm, Beliebtheit und großen Besucherzahlen ein verlockendes Objekt für Gier und dubiose Geschäfte werden könnte. Es besteht auch die Gefahr, dass die hoch entwickelten technischen und akustischen Merkmale des Konzerthauses nicht mit einander kompatibel sind, das sie so zu sagen nicht wie erwünscht miteinander in Einklang kommen werden.

Wirft man einen Blick auf das Südufer, gibt es dort weniger Protz, dafür klingeln hier die Kassen vor sich hin. Hier befindet sich der zweitgrößte Containerhafen Europas, Tag und Nacht arbeiten die vielen Kräne, die Elbe fließt geschäftsfördernd nördlich vorbei.  Ebenfalls auf der Südseite befindet sich das Stage Theater im Hafen Hamburgs, Hier laufen seit über 10 Jahren Musicals so erfolgreich, dass ein zweites Theater direkt nebenan gebaut wird. Das Theater-Grundstück hat, so könnte man sagen, mit dem Lauf der Elbe im vorteilhaften Nordosten, einfach das Glück gepachtet.

 

Der Berliner Flughafen, ein Ausflug ins Ungewisse

Der ursprüngliche Flughafen Schönefeld hat recht gute Vastu-Eigenschaften. Der offene Norden mit dem Eingang zu den Terminals verspricht gesunde Umsätze. Das Schönefeld-

Gelände besaß eine Erweiterung im Nordosten (die ehemalige Startbahn Nord) sowie eine Erweiterung im Südwesten (die ehemalige Startbahn Süd). Im Nordosten ist eine Erweiterung als sehr gut zu bewerten, im Südwesten eher als schlecht. Im Südwesten steht eine Erweiterung in Verbindung mit denselben feinenergetischen Mängeln wie bei einem Fehlbereich. In diesem Fall hat der starke Nordosten jedoch zunächst den schwachen Südwesten ausgeglichen.

Wegen der hohen Besucherzahlen sollte der Flughafen erweitert bzw. in einen neuen Flughafen Berlin-Brandenburg Willy Brandt umgewandelt werden. Dafür wurde ein großes Gelände südlich und teilweise südwestlich des Schöneberger Flughafens vorgesehen. Wegen einer neuen Autobahn östlich vom Flughafen wurde die Startbahn Nord geschlossen und der nordöstliche Teil dieser Bahn abgebaut.

Diese ersten Schritte sind laut Vastu negativ zu bewerten. Weniger Raum im Nordosten und eine große Erweiterung im Süden haben zunächst eine negative Einwirkung auf Maschinen, Werkzeuge, Entwicklung, Technik, Logistik und auf das Erreichen kollektiver Ziele. Zudem besitzt das neue Flughafen-Gelände eine große Erweiterung im Südwesten für die neue Startbahn Süd. Ein schwacher Südwesten sorgt wie bei der Elbphilharmonie für Verzögerungen, wachsende Kosten und weitere Probleme für den Bauherrn.

Es ist jedoch zu erwarten, dass die schlimmsten Hürden mit der Inbetriebnahme des Berliner Flughafens überstanden sein werden. Dann werden beide Flughäfen zusammenschmelzen und insgesamt eine vernünftige Form bilden. Am besten wäre es, wenn die alten Terminals in irgendeiner Form erhalten blieben und damit dem ganzen Komplex einen sehr vorteilhaften Eingang im Nordosten verschaffen könnten.

Die beeindruckenden neuen Terminals und die Airport City erreicht man über eine großzügig angelegte Zufahrt aus dem Osten. Mit diesem Flughafen könnten Berlin und Brandenburg auf Dauer Ruhm, eine führende Position und sogar einen finanziellen Aufschwung einheimsen. Gefährdet sind diese Chancen allerdings durch den offenen Süden mit einer unterirdischen Versickerungsanlage für Abwasser sowie durch eine weitere unterirdische Anlage, die Bahnstrecke im Westen.

Schlussfolgernd kann man sagen, dass dieser Flughafen ein sehr kompetentes Management braucht, um die ganze Logistik zusammenzuhalten. Wie bei der Hamburger Philharmonie finden wir in diesem Bau die ausgefeiltesten Lösungen und Innovationen. Die große Kunst aber besteht darin, sie im Rahmen des Budgets so miteinander zu verbinden, dass sie sich gegenseitig stützen und tatsächlich das funktionelle Design bilden, das eigentlich geplant ist.

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